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Deutlich weniger CO2 im Industriepark Höchst durch hochmodernes Kraftwerk
16 juli 2020

Deutlich weniger CO2 im Industriepark Höchst durch hochmodernes Kraftwerk

Dyckerhoff lieferte 3.800 m³ Beton nonstop für den Neubau einer Gasturbinenanlage mit hohem Wirkungsgrad.

Der Industriepark Höchst ist einer der größten Chemie- und Pharmastandorte Europas. Nach Angaben der Betreibergesellschaft Infraserv Höchst wird ein wesentlicher Anteil des Energiebedarfs des Industrieparks von dem bestehenden Heizkraftwerk gedeckt, in dem auch Steinkohle als Energieträger genutzt wird. Damit soll ab 2022 Schluss sein. Deshalb wird gerade im Nordteil des Industrieparks in der Nähe des Heizkraftwerks ein neues Kraftwerk mit zwei Gasturbinenblöcken errichtet. Außerdem werden die beiden bestehenden Gasturbinenanlagen, die 2011 ans Netz gingen, modernisiert. Einen dreistelligen Millionenbetrag investiert Infraserv Höchst nun noch einmal in die weitere Optimierung der Energieversorgungs-Infrastruktur, welche die Stromerzeugungs-Kapazitäten um 60 % auf 478 MW erhöht. Nach Beendigung dieser Maßnahmen werden insgesamt rund eine Million Tonnen CO2-Emissionen pro Jahr vermieden – doppelt so viel wie bisher.

Den Auftrag für die Betonbauarbeiten der neuen Anlage bekam die Dillig Hoch- und Ingenieurbau aus Simmern. Dazu gehören eine 1.850 m² große Bodenplatte mit starker Bewehrung für ein Kesselhaus in Stahlbauweise sowie Gründungen für zwei Anbauten für Kopfgebäude und Schaltanlagen von je 64 m², die am 3 und 4. Juni 2020 mit zwei leistungsstarken Pumpen (Reichweiten 46 und 56 m) ein­gebaut wurden. Ab 16 Uhr rollten die Fahrmischer. Im Durchschnitt flossen pro Stunde etwa 123 m³ Beton in die 2 m tiefe Baugrube, das entspricht 15 Fahrmischern. Im Bereich der Bodenplatte mit einer Länge von knapp 46 m und einer Breite von gut 40 m wurden in zwei Abschnitten jeweils drei Schichten frisch-in-frisch eingebaut. Danach folgten die je 1 m mächtigen Gründungen für die Anbauten.

Innerhalb von 31 Stunden lieferten die Transportbetonwerke Flörsheim und Frankfurt der Dyckerhoff Betonniederlassung Rhein-Main-Taunus 3.800 m³ wasserundurchlässigen Beton der Festigkeitsklasse C35/45. Basis für den Beton der Konsistenz F3 war Dyckerhoff HOZ Normal, ein Hochofenzement der Güte CEM III/A 32,5 N-LH (na) aus dem Zementwerk Wiesbaden-Amöneburg. Nur wenige Stunden nach dem Ende der Betonage begannen die Mitarbeiter des Unternehmens IDEM Bau aus Worms, den Boden mit Spezialgranulat porenfrei zu glätten, um Wassereintritt zu verhindern. Trotz des zeitweise starken Regens wurde die Bodenplatte dem Plan entsprechend übergeben, sodass die Montage der Stahlträger und weitere Arbeiten nun beginnen können.

Durch die Nutzung der Kraft-Wärme-Kopplung, die u.a. chemischen und pharmazeutischen Unternehmen im Industriepark den für ihre Produktion benötigten Prozessdampf liefert, beträgt der Wirkungsgrad bei den von Infraserv Höchst betriebenen Anlagen mehr als 90 %. Bei herkömmlichen Kohlekraftwerken, mit denen ausschließlich elektrische Energie produziert wird, werden hingegen nur 40 bis 45 % der im Brennstoff enthaltenen Energie genutzt. Abwärme aus den auf dem Gelände befindlichen Produktions- und Verbrennungsanlagen wird zudem nutzbringend in die Versorgungs­netze des Industrieparks eingespeist; sodass insgesamt weniger Wärme neu erzeugt werden muss. Ferner wird die Stromerzeugung an das allgemeine Versorgungsnetz angepasst und unterstützt so die Versorgungssicherheit in der gesamten Region. Der Industriepark verfügt damit über ein richtungsweisendes Energiekonzept und ist so auch für die Zukunft gut gerüstet.

 

Fotos: Dyckerhoff / Christoph Mertens